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Die Gemeinden St. Joseph Mastbruch und
St. Heinrich
und
Kunigunde
Schloß Neuhaus bilden seit dem 1. Dezember 2002 den Pastoralverbund
Schloß Neuhaus. Damit haben sich Mutter - und Tochtergemeinde zu einer
neuen Einheit zusammengefunden.
Warum Pastoralverbünde ?
Die bisher gültige
Pfarreienstruktur im Erzbistum Paderborn ist im Wesentlichen seit dem
17. Jahrhundert nicht mehr verändert worden. Der gesellschaftliche
Wandel und die demographischen Veränderungen machen Reformen dieser
Struktur erforderlich. Das Erzbistum Paderborn ist in der Zeit von 1995
bis 1999 um 77.403 Katholiken kleiner geworden. Heute gibt es 775
Kirchengemeinden im Bistum, 213 davon mit weniger als 1.000 Mitgliedern
und 201 Gemeinden von unter 2.000 Mitgliedern. Der Rückgang der Zahl der
Christen in der Gesellschaft führt auch dazu, daß sich weniger Menschen
für einen Priester -, einen Ordensberuf oder einen anderen Dienst in der
Seelsorge entscheiden.
In den vergangenen
Jahren haben sich die Lebensräume der Menschen zunehmend
differenziert und pluralisiert. Berufstätigkeit, Freizeitaktivitäten,
Einkäufe, Schulbesuch usw. finden in der Regel nicht im Einzugsbereich
einer Pfarrgemeinde statt. Die gestiegene Vielfalt der Lebensentwürfe
und Kulturen - auch in der Kirche - ist immer weniger im Rahmen einer
Gemeinde lebbar und verlangt nach vielfältigen pastoralen Orten.
Was wollen Pastoralverbünde ?
Eine stärkere
Orientierung an den sich wandelnden Lebensverhältnissen der
Menschen erfordert, das bewährte Pfarrprinzip (Territorialprinzip) zu
ergänzen. So soll der Pastoralverbund ein Raum für Kooperation und
gemeinsames Handeln rechtlich
selbstständiger benachbarter Gemeinden sein. Er soll das
kirchliche Leben in den Gemeinden fördern und Formen einer fruchtbaren
Zusammenarbeit der Gemeinden für eine missionarische Tätigkeit in der
Welt von heute suchen und verwirklichen. Ziel ist die Bündelung und
Stärkung der pastoralen Dienste und der Verwaltungsaufgaben, um
die Gemeinden bei der eigenen Profilierung und Schwerpunktsetzung
zu unterstützen.
Wer bildet einen Pastoralverbund
?
Die territorialen
Zuschnitte der neuen Kooperationsräume sind gemeinsam von Gemeinden,
Dekanaten und Erzbischöflichem Generalvikariat erarbeitet worden. In der
Regel bilden - je nach den örtlichen Gegebenheiten - zwischen zwei
und fünf benachbarte Gemeinden im Raum eines Ortes oder eines Kreises
einen Pastoralverbund.
Wie strukturiert sich ein
Pastoralverbund ?
Die Gemeinden in einem
Pastoralverbund bleiben rechtlich selbstständig, daher bleiben
die Pfarrgemeinderäte und die Kirchenvorstände in ihrer bisherigen
Zusammensetzung bestehen. Auch die Pfarrbüros als örtliche Anlaufstellen
bleiben erhalten. Der Einsatz des pastoralen Personals erfolgt künftig
auf der Ebene des Pastoralverbundes. Den Pastoralverbund leitet ein vom
Erzbischof beauftragter Priester, der mit weiteren Priestern, Diakonen
und Gemeindereferentinnen und - referenten im Pastoralteam
zusammenarbeitet.
Wie ist der Stand der Dinge?
"Schloß Neuhaus" ist
die amtliche Bezeichnung beider Gemeinden und spiegelt die territoriale
Zusammengehörigkeit und die gemeinsame Geschichte wieder. Im neuen
Pastoralverbund leben 10.000 Katholiken.
Konkret wird sich
durch die Bildung des Pastoralverbundes am Leben der beiden Gemeinden
nicht viel ändern. Eigene Aktivitäten und Projekte werden
weiterhin durchgeführt werden, aber die Kräfte können gebündelt und die
gute Zusammenarbeit in vielen Bereichen fortgesetzt und intensiviert
werden. Ein Schwerpunkt der gemeinsamen Arbeit wird die Firm - und
Erstkommunionsvorbereitung bleiben. Weiterhin zu nennen sind die
Caritasarbeit und die bereits gemeinsam durchgeführte und weiterhin
gemeinsam geplante katechetische Arbeit (z.B. Bibeltage für Kinder,
Ökumenischer Projekttag der Realschule). Diese Maßnahmen werden, wie
bereits jetzt praktiziert, gemeinsam im Pastoralteam besprochen und auch
von der Logistik her gemeindeübergreifend geplant. Das gilt auch für die
Seelsorge
an den Schulen und im Altenheim sowie die bereits erfolgenden
terminlichen Absprachen bezüglich der Durchführung von Kleinkinder - und
Familiengottesdiensten.
Pastoralverbund
bedeutet nicht, daß die größere die kleinere Gemeinde "schluckt",
sondern daß beide Gemeinden fruchtbar zum Wohl der Menschen und zum Lobe
Gottes zusammenarbeiten.
Christoph v. Rüden |